Zeitraum: Monat 40 bis 44
Unser eigenes Heu
Wir haben ja im Juni Heu von unseren Flächen gemacht. Ich habe dann 8 Wochen später Proben aus etwa 15 Ballen genommen und diese eingeschickt. Letztes Jahr habe ich schon eine kleine Analyse machen lassen, nun wurde es eine große Analyse mit den ganzen Mineralien, um mir mal einen Überblick zu verschaffen.

Praktischerweise kamen im Herbst zwei Prüflinge zu mir, die eine Ausbildung zur Futterberaterin gemacht hatten und bei mir ihre Abschlussprüfung machen durften. So bekam ich eine umfassende Futterberatung für beide Pferde und zur Erkenntnis, dass meine Berechnungen nicht so verkehrt waren. Vermutlich werde ich über das Futtermanagement und auch meine Haltung mal noch eine extra Blogbeitrag schreiben. Ich muss mich ja in Eigenregie nun doch um eine ganze Menge an Themen kümmern, die mich als Einsteller nur bedingt interessiert haben, weil ich sie nicht beeinflussen konnte.
Trainingsalltag
Das Training der beiden bleibt weiterhin vielseitig. Von Bodenarbeit, Longieren, Reiten zuhause und im Gelände bis zum Ebnen des kleinen Reitplatzes ist alles dabei. Wir halten es locker und da meine Zeit im Moment einfach begrenzt ist, versuchen wir einfach so oft wie möglich gemeinsam Spaß zu haben. Mailo darf nebenher noch ein bisschen Schulpferd für eine Reitanfängerin sein und macht das mit einer Geduld und Ruhe, die man ihm eigentlich nicht zutraut.



Aber nun beginnt die nasse Saison und damit beginnt die Saison der Abschwitzdecke nach dem Ausritt. Je nach Wetterlage entscheiden meine Schönwetterponys, ob sie sich im Stall unterstellen, hinterm Stall nur in den Windschutz stellen oder einfach mitten rein in den Regen. Und gerade noch rechtzeitig vor dem Frost wurde unsere beheizbare Tränke montiert. Damit ist das Auffüllen vom Tränkefass endlich Geschichte.

Schlafen ist wichtig
Wenn es draußen gar nicht mehr hell werden will oder wenn es einfach Sauwetter ist, dann bleiben die beiden auch schon mal länger liegen. Wo dürfen sie sich ja immer selbst aussuchen, sie haben eine trockene Liegefläche im Stall und auf dem Reitplatz sowie hinterm Stall Sand liegen, den sie auch fleißig nutzen.


Neugierige Nasen
Neugierige Nasen gibt es zum Beispiel, wenn ich am Abäppeln bin. Wie man alleine abäppelt habe ich quasi schon verlernt und wenn Wiko so weiter macht, dann kann er bald selber misten. Abäppeln im Trockenen hingegen würde ich gerne mal wieder, denn immer pünktlich, wenn ich am Nachmittag die Schubkarre packe, fängt es an zu regnen. Meistens dann, wenn ich am weitesten weg vom Stall bin.


Auch Reparaturen aller Art werden bei uns immer genau beaufsichtigt und manchmal habe ich das Gefühl, dass sie beide einfach gerne selbst Huf bzw. Nase angelegen wollen.


Über den Jahreswechsel hinweg gibt es den Brauch des Räucherns in den sogenannten Rauhnächten. An einem alten Schwarzwälder Bauernhof darf man diese Traditionen ja auch gerne fortführen und da gehört natürlich auch der Stall und die Pferde dazu.





Schlitten fahren, aber richtig
Im neuen Jahr hatten wir dann auch tatsächlich richtig Schnee und natürlich musste ich dann mit zwei gut vom Boden gefahrenen Pferden auch ein bisschen Schlitten fahren gehen. Aber bevor nun einige auf Ideen kommen: Langsam anfangen, gut Abstand vom Pferd, nur mit sonst auch vom Boden(!) gefahrenen Pferden, mit passender Ausrüstung und dann bleibt’s trotzdem ein bisschen gefährlich. Aber Spaß macht’s halt auch 😉 Dennoch muss man auch die Strecke einschätzen, und gerade leicht bergab wird es spannend, dass man nicht zu nahe ans Pferd kommt.
Beim ersten Mal haben wir zu zweit getestet:
- leerer Schlitten
- Fahrer läuft nebenher und Beifahrer sitzt auf einem Schlitten
- Fahrer fährt vom Schlitten aus
- Zweiter Schlitten hinten dran
Und wir haben halt sehr tolle und sehr brave Pferde. So konnten wir mit bis zu vier Holzschlitten fahren und Mailo und Wiko konnten ein bisschen zeigen, was sie so können. Auf unserer Schlittenstrecke sind sie dann fast schon von alleine umgekehrt, angehalten bis alle saßen und dann wieder gemütlich angezogen.
Außerdem haben wir es tatsächlich einmal im Schnee in den Wald geschafft, bevor es wieder rutschig und glatt wurde.


Mailos erstes Mal im Holz
Daneben hatte der kleine große Mailo sein Debüt im Holz. An einem Wintertag durfte er ein paar wenige Stämme aus dem Wald entlang eines Weges ziehen und dann poltern. Dabei hat er gezeigt, dass zumindest an diesem Tag ihn weder Seilwinde, Motorsäge, noch an ihm vorbeifahrende ganze Bäume überhaupt nicht aus dem Konzept bringen und er sich alles in Ruhe anschaut.
Um den Polter herum war es matschig, rutschig und steil und direkt beim ersten Stamm habe ich mich verschätzt und bin ein bisschen zu eng rum. Der Stamm klemmte sich fest, Mailo stand rutschend am Hang. Und wenn dann mein Pferd zuhört, probiert, ob er schafft, was ich von ihm will, obwohl er selbst nicht glaubt, dass er das schafft, dann hat man viel richtig gemacht und ein verdammt tolles Pferd. Wir haben es alleine wieder raus geschafft, sogar ohne abzuhängen.

Hallo Vanessa, lese gern deine Geschichten, die immer interessant und kurzweilig sind. Habe noch dein „Schwarzwälder wollen gefallen“ im Ohr und kann nur von Herzen zustimmen. 🙂 Sie haben es gut bei dir, die beiden Jungs! Freue mich auf den nächsten Beitrag!
Hi Kerstin,
danke dir für deine lieben Worte und liebe Grüße auch an Schwarzwälder Dame Rapunzel!