Gymnastizierendes Longieren – Tipp 2: Sorge für passende Ausrüstung

Für mich gibt es nur ein sinnvolles Werkzeug zum gymnastischen Longieren: den Kappzaum.

Warum kein Halfter oder Knotenhalfter?

Am Halfter oder Knotenhalfter schickt man sein Pferd in eine permanente Außenstellung durch die Befestigung am Kinn des Pferdes. Immer wenn man nach innen biegend einwirken will, arbeitet man eigentlich in die Gegenrichtung. Das ist weder für Pferd noch für den Reiter intuitiv.

Die Schlauberger unter euch werden nun sagen: „Dann hänge ich halt immer innen am Halfter ein.“ Damit zieht man aber den Kopf und den Hals des Pferdes nach innen, wenngleich nur der Kopf richtig wäre und bringt damit das Pferd aus der Balance. Zudem nimmt man sich die Möglichkeit Handwechsel „on the fly“ zu machen und damit auch die Möglichkeit Lastwechsel und umstellen zu üben. Also auch keine Alternative.

Warum nicht auf Trense longieren?

An der Trense wirkt man einseitig ein, egal ob mit Longierbrille oder nicht. Zudem führt das Gewicht und Länge der Longe dazu, dass die Hilfengebung nie so fein wird, wie eine Zügelhilfe sein sollte.

Was sind meine Kriterien für einen guten Kappzaum?

Grundsätzlich gilt, je unruhiger die Hand desto breiter der Kappzaum, je erfahrener und feiner Pferd und Reiter desto schmaler darf der Kappzaum werden. Daher bevorzuge ich in der Arbeit zwei Modelle: den schweren Kappzaum mit Naseneisen und einen Feinen nur aus Leder mit kleinen D-Ringen.

Für beide Arten gilt:

  • Grundsätzliche Passform:
    • Haben die Ohren genügend Platz?
    • Sitzt der Kappzaum auch während der Arbeit zuverlässig 2 Fingerbreit unter dem Jochbein? Oder kippt er nach unten oder verschiebt sich auf eine der Seiten? Nasenriemen fester zu verschnallen ist dann keine Lösung!
    • Rutscht der Kappzaum auch während der Arbeit nicht ans Auge?
    • Liegt der Kappzaum geschmeidig an der Nase an?
    • Habe ich ein schreckhaftes Pferd, dann achte darauf, dass der Kappzaum nicht klimpert beim Laufen.
  • Kappzäume mit Naseneisen
    • … müssen dick gepolstert sein.
    • … haben bei mir immer ein dreigliedriges Naseneisen, damit sie sich gut an die Pferdenase anpassen können.
    • … brauchen meist einen Steg, der den Nasenriemen oben hält, da man sie sonst zu fest verschnallen müsste.
  • Kappzäume ohne Naseneisen (nur Leder):
    • … eignen sich wirklich nur für die erfahrenen Hände zum Longieren, eigentlich sind sie viel mehr zur Handarbeit geeignet.

Aber der Kappzaum ist nicht alles

Beim Longieren ist für den Reiter unbedingt zu empfehlen:

  • Stabiles und bequemes Schuhwerk, sodass du gut auf dem Reitplatz laufen kannst
  • Handschuhe, in denen du gut die Longe umgreifen kannst

Darüber hinaus braucht ihr noch:

  • eine Peitsche, die dir gut in der Hand liegt und die gut zu dosieren ist
  • eine Longe, die sich gut aufwickeln lässt und ebenfalls gut in der Hand liegt

Hast du schon mal über die Ausrüstung deines Pferdes zum Longieren nachgedacht? Was ist dir wichtig bei der Wahl der Ausrüstung und warum?

Dieser Beitrag ist der zweite Teil der Mini-Serie: 6 Tipps für gymnastizierendes Longieren.