Wann kaufst du dir ein neues Pferd?

Nachdem ich mich letzten Winter leider von meinem besten Ponywallach der Welt verabschieden musste, kam nun in diesem Jahr das Thema Pferdekauf auf mich zu und das beginnt mit ganz grundsätzlichen Fragen:

  • Möchte ich überhaupt nochmal ein eigenes Pferd?
  • Was für ein Pferd suche ich denn eigentlich?
    • Welche Rasse eignet sich für meine Bedürfnisse und Ziele?
    • Welches Alter und Ausbildungsstand sollte mein künftiges Pferd haben?
    • Was ist mir wichtig in Bezug auf Exterieur und Interieur?
  • Wo bringe ich es unter?

Ich gebe zu, die erste Frage nach dem „ob-überhaupt-nochmal“ hat sich nicht wirklich gestellt, aber ich habe mir bewusst Zeit genommen und immer wenn mich jemand fragte, kaufst du dir wieder ein Pferd, habe ich geantwortet: „Das wird schon kommen, aber der Platz ist noch nicht frei.“

Dennoch habe ich schon bald begonnen mir Gedanken zu machen, was ich denn möchte, was mir wichtig ist und was die Rahmenbedingungen sind, für wenn es dann soweit ist.

Ich backe mir mein Traumpferd

Nach längerem Nachdenken kam ich in etwa auf folgende Liste:

  • Es wird ein junges Pferd. Irgendwas zwischen 2 und 4 Jahren. Möglichst noch roh oder nur wenig ausgebildet.

Ich habe mich absichtlich dafür entschieden mein nächstes Pferd selbst auszubilden. Mein Ponywallach wurde in 4 Monaten eingeritten und zum Verkauf fertig gemacht. Mit diesem Umstand hatten wir lange Jahre zu tun, daher wollte ich es nun ganz anders.

  • Ich suche ein Freizeitpferd mit guten Exterieur und soliden Grundgangarten, dass gut geeignet ist, um sowohl im Gelände unterwegs zu sein, als auch gymnastizierende Dressurarbeit zu machen.
  • Ich möchte ein reaktives, bewegungsfreudiges Pferd, dass Spaß an Arbeit hat und einen Bezug zum Menschen.
  • „Es“ wird ein Wallach werden, weil ich nicht so gut mit Stuten kann und Hengsthaltung für mich nur in Frage kommt, wenn man auch züchten möchte.
  • Ich möchte mein Pferd wieder in die Herde stellen, daher sollte es mit anderen Pferden aufgewachsen sein und ein gutes Sozialverhalten entwickelt haben.

Bis hierher wären vermutlich noch sehr, sehr viele Pferde von guten Züchtern in Frage gekommen, aber die Liste geht ja weiter.

  • Mein Pferd sollte zuverlässig im Gelände, robust in der Haltung (Herde und 24h draußen) und mitdenkend in der Arbeit sein.
  • Ich möchte auch die Möglichkeit haben, auf Wanderritte zu gehen und vielleicht reizt mich ja auch mal noch die Arbeit im Wald oder das Fahren.
  • Es sollte auch mal einen Reitschüler tragen können, der ein bisschen mehr wiegt als ich, obwohl ich mein Pferd eigentlich nicht zum Schulpferd machen möchte, aber mal fühlen lassen, wie das auf einem fein ausgebildeten Pferd sich anfühlt, dass sollte möglich sein.

Es soll also ein etwas stabileres Kaliber werden, aber nicht so schwer, dass die Dressurarbeit deutlich beschränkt ist. Ein leichtes Kaltblut oder ein stabileres Kleinpferd also. Die denken sowieso alle mit, manchmal mehr als einem lieb ist.

  • Ich habe seit Jahren ein Faible für das Schwarzwälder Kaltblut… 😉

Fazit

Suche: Gesunden 2- bis 4-jährigen Schwarzwälder Kaltblut Wallach, sollte unter guten Aufzuchtbedingungen aufgewachsen sein und muss noch nicht viel können.

Und dann?

Ja dann habe ich Züchter kontaktiert und habe mir Pferde angeschaut. Vor Ort hat man dann ein Gefühl für das Pferd und die Umgebung. Neben so offensichtlichen Dingen wie Exterieur, Gangarten, Interieur, Krankheitsgeschichte und Aufzuchtbedingungen gibt es viele Kleinigkeiten, die einem auffallen und die dann ein Gesamtpaket ergeben.

Und manchmal trifft sich ein passendes Gesamtpakt schneller als man denkt.