Zeitraum: Monat 37 bis 39
Lass mich nun also von unserem ersten Sommer im eigenen Stall erzählen.
Fortsetzung: Insekten
Nachdem ich dir im letzten Teil schon von unseren zwei Zebras erzählt habe, kann ich dir nun von unseren Versuchen berichten, die Bremsenplage ein bisschen zu einzudämmen. Neu bei uns am Hof ist eine Bremsenfalle eingezogen, die angeblich mit dem magischen Wirkmechanismus – Bremsen fliegen immer auf den dunklen, warmen Pferdepopo und fliegen dann immer nach oben – wirken soll.
Es sieht ein bisschen so aus, als würden unsere Pferde aus ihrem Offenstall nun zum Heiligen Alu-Hut beten. Ob es wirkt, bin ich mir ehrlich gesagt nicht so sicher.

Weide kann auch tricky sein
Unsere Weiden sind ja unsere steilsten Flächen – also alles Hangweiden, weil wir diese sonst von Hand mähen müssen. Das hat den großen Vorteil, dass die Muskulatur der Pferde etwas trainiert wird und natürlich auch ein bisschen was an Kalorien verbraucht wird, während sie auf den Weiden sind. Aber es hat auch den großen Nachteil, dass wenn sie nicht brav nach Hause kommen, dann dürfen wir auch schön klettern und rennen und klettern… Und so und kleiner Tipp die mit Allradantrieb 4 x 4 sind immer deutlich besser unterwegs und deutlich schneller.
Aber manchmal merkt man auch, dass sie am Morgen noch ein bisschen verschlafen sind, und gar nicht gemerkt haben, dass ich die Weide schon aufgemacht habe.


Ab in den Wald – Konditionstraining auf Schwarzwälderisch
Immer wenn ich die Gelegenheit habe, gehe ich mit meinen beiden Dicken in den Wald. Dabei ist es fast unmöglich, weniger als 250-300 Höhenmeter zu machen, denn bei uns geht’s halt bergauf. Deshalb sind wir eher gemütlich unterwegs mit sehr viel Schritt und wenn es steil bergab geht, dann steigen wir ab und führen. Das tut uns gut und die Pferde tun sich auch leichter.
Auch wenn ich mir die flachen Strecken suchen muss, um zu traben oder zu galoppieren, ich genieße es sehr, direkt in den Wiesen und im Wald zu sein. 5-10 Minuten bis in Wald, davon hätte ich früher nur träumen können. Und außerdem haben wir den ein oder anderen Feenweg im eigenen Wald, den ich bei trockener Witterung guten Gewissens reiten kann, was natürlich ein magisches Gefühl ist.
Immer mal wieder, wenn wir im Wald unterwegs waren, dann versuche ich mich wieder am Handpferden. Aber ich bin einfach ein Schisser und traue mich noch nicht alleine raus.
Wasserratte Mailo
Im Sommer schaue ich, dass ich an den heißen Tagen für etwas Abkühlung sorge, und ich kann mir den Schlauch direkt an den Stall legen. Mailo liebt diese Abkühlung und spielt dann auch ganz viel mit dem Wasser. Wiko hingegen wünscht sich manchmal zu seinen Züchtern zurück, wo noch warm geduscht wurde!
Allerdings bleibt auch Wiko brav stehen, wenn ich mit dem Schlauch komme. Spannend ist nur, dass Pfützen am Boden, kleine Bächlein oder ähnliches so gar nicht Mailos Fall sind, Wiko hingegen geht gerne Plantschen. So ist halt jeder verschieden!






Gute Ausrüstung muss passen
Ich habe ja ein Geschirr, dass für Mailo zum Ziehen am Boden gemacht wurde. Das passt auch Wiko, aber dann kann ich ja nicht zweispännig unterwegs sein und auch nicht an der Kutsche anspannen.
Deshalb kam im Sommer der Sattler und hat die beiden nochmal vermessen und dann wurde auf Maß für die beiden alles angefertigt. Er erklärte mir dann, was wir in unserem Gelände und mit meinen Einsatzzwecken alles an der Ausrüstung beachten sollten. Mir ist es sehr wichtig, dass meine Pferde passend und zweckmäßig ausgerüstet sind, um ihre Arbeit gut und sicher zu verrichten.
Mailos Geschirr wurde erweitert und Wikos bekam sein eigenes Geschirr. Etwa 8 Wochen später kam dann der Sattler wieder und hat die beiden Geschirre richtig eingestellt. Und dann hat es mir natürlich in den Fingern gejuckt: Am Abend wurde direkt am Boden zweispännig eingespannt.
Und zum Abschluss noch ein Beispiel dafür, dass man hier nix unbeobachtet machen kann:
